Ob Stunden vollständig erfasst werden, entscheidet nicht die Disziplin, sondern der Aufwand. Wir rechnen nach, was sieben Minuten am Tag kosten — und wie eine Erfassung aussieht, die in drei Minuten erledigt ist.
·7 Minuten Lesezeit
Der Aufwand entscheidet
Zeiterfassung wird dann selbstverständlich, wenn sie schneller geht als das schlechte Gewissen. Der Unterschied zwischen einer gut und einer umständlich gebauten Erfassung lässt sich ausrechnen.
7 Minuten × 220 Arbeitstage × 8 Personen = 205 Stunden im Jahr
Dauert die Erfassung zehn statt drei Minuten am Tag, sind das zum Mischsatz von 95 € rund 19.500 € an Arbeit, die kein Kunde bezahlt.
Drei Minuten sind realistisch, wenn drei Dinge stimmen: Das Projekt ist mit zwei Klicks gefunden, die Leistung ist vorgegeben, und die Beschreibung ist ein Satz. Alles andere ist Aufwand, der die Vollständigkeit kostet.
Täglich schlägt wöchentlich
Wer am Freitagnachmittag die Woche rekonstruiert, schätzt. Aus einem Tag mit acht Arbeitsstunden werden dann schnell sechseinhalb gebuchte — der Rest verschwindet in „irgendwas mit Abstimmung“.
Tagesaktuelle Erfassung ist vollständiger, weil Erinnerung noch keine Rekonstruktion ist. Sie ist auch genauer, weil du weißt, welche Aufgabe die drei Stunden gekostet hat.
Der beste Zeitpunkt ist das Ende eines Arbeitsblocks, der zweitbeste das Ende des Tages. Beides dauert Minuten, wenn die Erfassung dort liegt, wo gearbeitet wird.
Die richtige Genauigkeit finden
Minutengenaue Erfassung klingt präzise und liefert selten bessere Entscheidungen. Was zählt, ist die Zuordnung: auf welches Projekt und auf welche Leistung.
Viertelstunden reichen für die meisten Agenturen. Ein Eintrag sieht dann so aus:
Musterbau — Website-Relaunch — 2026 · Screendesign · 3,5 h
Entwürfe Startseite, Variante B nach Rückmeldung aus dem Abstimmungstermin
Diese drei Angaben tragen später zwei Aufgaben: Sie belegen die Leistung gegenüber dem Kunden und liefern die Zahlen für die Nachkalkulation. Beides scheitert, wenn in der Beschreibung nur „Design“ steht.
Fünf Regeln, einmal festgelegt
Die meisten Rückfragen im Alltag entstehen aus ungeklärten Kleinigkeiten. Fünf Sätze im Team klären sie dauerhaft.
Gebucht wird täglich, spätestens am nächsten Morgen
Interne Arbeit bekommt eigene interne Projekte, sie verschwindet nicht
Abstimmungstermine gehören auf das Projekt, über das gesprochen wurde
Die Beschreibung ist ein Satz, den auch der Kunde verstehen würde
Die Projektleitung prüft einmal wöchentlich auf Lücken, nicht auf Personen
Vergessene Tage werden nachgetragen, nicht geschätzt und nicht verschwiegen
Der letzte Punkt ist der wichtigste für die Stimmung: Die wöchentliche Kontrolle sucht fehlende Buchungen auf Projekten, nicht Versäumnisse bei Menschen. Wer das erklärt, bekommt Mitarbeit statt Misstrauen.
Was das Team davon hat
Zeiterfassung wirkt von außen wie eine Pflicht gegenüber der Geschäftsführung. Tatsächlich schützt sie zuerst die Menschen, die die Arbeit machen.
Der Aufwand wird sichtbar
Wenn eine Leistung dreimal länger dauert als kalkuliert, ist das eine Zahl — und keine Frage der Geschwindigkeit einzelner Personen.
Zusagen werden realistisch
Erfahrungswerte aus erfassten Stunden führen zu Terminen, die das Team auch halten kann.
Mehrarbeit hat einen Beleg
Was erfasst ist, lässt sich ausgleichen. Was niemand gebucht hat, bleibt eine Erinnerung.
So hilft dir worqy dabei
Mit worqy ist die tägliche Erfassung angenehm schnell erledigt. Zeiten entstehen dort, wo das Projekt sowieso liegt.
Reporting in wenigen Klicks
Projekt wählen, Leistung zuordnen, Dauer und Beschreibung eintragen. Der Eintrag hängt danach am richtigen Projekt und an der richtigen Budgetposition.
Miss einmal selbst, wie lange deine Erfassung für einen normalen Tag dauert. Alles über drei Minuten ist kein Verhaltensproblem, sondern eine Einstellung, die sich ändern lässt.